Neustart Schweiz World Café 2011

29.10.2011 18:59 von Daniel Egli

Neustart Schweiz World Café vom 29. Oktober 2011 in Basel

«Was braucht es für einen Neustart in der Schweiz?». Erstaunlich, wieviel Initiative, Wissen und bereits Erfahrung in kurzer Zeit aufgetragen wurde.

Folgendes aus http://neustartschweiz.ch/

Partnerorganisationen:

Arbeits- und Regionalgruppen Neustart Schweiz:

  • Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum
  • Arbeitsgruppe Grüne Oekonomie, www.niutex.ch
  • Arbeitsgruppe Nachbarschaften
  • Arbeitsgruppe Transitiotart in der Schweiz?». Erstaunlich, wieviel Initiative, Wissen und bereits Erfahrung in kurzer Zeit aufgetragen wurde.

    Partnerorganisationen:

    Arbeits- und Regionalgruppen Neustart Schweiz:

    Was an den Tischen entstand, spricht eine deutliche Sprache. Neustart Schweiz ist eine Bewegung, in der viel Kraft zum Aufbruch gebündelt ist. Gross ist der Wunsch, die Bewegung zu verorten, ihr ein konkretes Gesicht zu geben und mit lebendigen Projekten, die Ziele der Bewegung lokal und regional zum realen Alltag werden zu lassen. Die World Café-Diskussionen gaben Antworten auf die Frage, was es brauche, um diese Realität zu erreichen. Hier sind die wichtigsten Antworten und Gedanken dazu:

    Bewegung findet statt durch Begegnung zwischen Menschen. Vertrauen in die Bewegung entsteht, wenn Menschen mit gleichen Zielen füreinander erreichbar sind, sich ergänzen und ihre Kompetenzen und Kräfte zusammenlegen können. Ein wichtiger Bestandteil der Bewegung Neustart Schweiz ist die Schaffung von Begegnungs- und Erfahrungsräumen für vielfältige Anspruchsgruppen. Dies wird lokal und übergreifend von den Arbeits- und Regionalgruppen getragen und vom Verein gefördert.

    Begegnung führt zu Inhalten, wenn sich Gespräch und Arbeit an inhaltlichen Hypothesen zu konkreten Aktionen und Projekten kristallisieren können. Die Regionalgruppe Zürich zum Beispiel stellt ihre Erfahrungen mit der Entwicklung lebensfähiger Nachbarschaften als Modelle und Handlungsanleitungen zur Verfügung. Für andere Nachbarschaftsinitiativen stellen solche Vorarbeiten Startpunkte zur eigenen Umsetzung und Weiterentwicklung dar.

    Vertrauen wurde am Tisch der Transition Initiative als kritische Grösse identifiziert. Vertrauen entsteht, wo die Bewegung aus der Anonymität der generellen Forderung in die Identität von Initianten und Gemeinschaften übergeht. Die Regionalgruppe Basel zum Beispiel gibt mit der IBA-Projekteingabe ihrer Initiative ein Gesicht, schärft das Bewusstsein, schmiedet Pläne, bringt Hände zum Einsatz, überführt Anliegen in gemeinschaftliche Projekte und Umsetzungen und vernetzt sich breit. Ist einmal ein Anfang gemacht, geht's nachher leichter, weil das Entstandene Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gibt und Lust auf mehr macht. Im Vordergrund steht die Kraft der Tat.

    Wie anziehend Taten sind, weiss «Urban Agriculture». Mit der Gründung des ersten Gemeinschaftsgartens in Basel im Frühjahr 2011 entstand eine grosse Nachfrage nach den biodynamisch und gemeinschaftlich produzierten Lebensmitteln inmitten einer Wohnüberbauung. Wichtig für die Verbreitung solcher Projekte ist die Anschlussfähigkeit an Stadtverwaltung und Finanzierer, also eine ganzheitliche Zusammenarbeit, d.h. mit allen relevanten Partnern eines Gemeinschaftsgefüges.

    All diese Beispiele zeigen auf eindrückliche Weise, dass wichtiger als der Franken in der Tasche, die Fähigkeit im Kopf und in der Hand ist. Dies fördert seit über 20 Jahren der Verein Soziale Ökonomie mit dem alternativen Währungskreislauf BonNetzBon in Basel. An diesem Arbeitstisch war eine wichtige Erkenntnis, dass ein attraktiver Arbeitsmarkt im alternativen Bereich gefördert werden sollte.

    In der noch nicht formierten, aber überreifen Arbeitsgruppe «Grüne Oekonomie» wurde der Ruf nach dem grünen Oekonomiestudium laut im Sinne des Wissensaufbaus und -transfers zur Gestaltung, Etablierung und konsequenten Führung eines Wirtschaftssystems, das allen Beteiligten und Interessengruppen zukunftsfähige Perspektiven gibt. Im Kleinen beginnt das mit der Entwicklung eines ökonomischen Modells für die Nachbarschaften, das vermag, die verfügbaren Ressourcen in ausgewogene, systemförderliche und dauerhafte Verhältnisse zu setzen.

    Am Tisch der Kunst im öffentlichen Raum wurde die Leitidee einer musikalischen Siedlung aus Tönen und Klängen geboren, als Orientierung für eine fundamental veränderte Art und Weise der Siedlungsentwicklung. Aus dem Agroquartier wurde passend die Aufforderung dazu gegeben, in der Bodennutzung und Raumplanung nicht zwischen Siedlung oder Landwirtschaft abwägen zu müssen, sondern an synergetischen Gesamtsystemen, also einem stimulierenden, symbiotischen Miteinander von Wohnen, Ernähren, Arbeiten und den weiteren, alltäglichen Funktionen in einer lebensfähigen und lebenswerten Nachbarschaft zu arbeiten. Um soweit kommen zu können, müssen die gegenwärtigen Verhältnisse vermutlich zuerst, so das Resultat des Tisches 'Grenzüberschreitende Regionen' bewusst relokalisiert und entschleunigt werden.

    Es ist viel zu tun, dafür kann aber auch an zunehmend viel Wissen und Erfahrung angehängt werden. Die Oekogemeinde Binningen hat Strukturen für Partizipation geschaffen, nimmt Erfahrungen und Vorbilder auf, bindet sie ein, gibt sie weiter. Interessant ist der Hinweis dieses Tisches auf ein «Who is Who des Aufbruchs» - möglicherweise der Grundstein für ein gemeinsames Projekt.



     

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